12. Juni 2019

On4Off

Im Projekt ON4OFF werden Online-Shopping und stationärer Handel miteinander verbunden, um damit den lokalen Einzelhandel in Nordrhein-Westfalen wettbewerbsfähiger gegenüber Online-Anbietern machen. Möglich gemacht werden soll das durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz. Das auf drei Jahre angelegte Projekt wird mit Mitteln von dem NRW-Wirtschaftsministerium und dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung der EU (EFRE) gefördert.

Aktuelle Zahlen zeigen, dass gerade kleine und mittelständische Einzelhandelsgeschäfte in Zeiten des boomenden Online-Einkaufs mit rückläufigen Kundenzahlen und stagnierenden Umsätzen zu kämpfen haben: Während im Jahr 2018 der Online-Handel um 10 %  zulegen konnte, verzeichnete der stationäre Einzelhandel nur ein sehr kleines Umsatzplus von 1 %. Diese Entwicklung ist nicht nur für die traditionellen Einzelhandelsunternehmen bedrohlich, sie hat auch unmittelbar Auswirkungen auf die Lebensqualität in den Städten.

ON4OFF setzt auf Konzepte der Künstlichen Intelligenz und des Maschinelles Lernens. Der gezielte Einsatz von KI-Methoden soll den Dialog mit Kunden verbessern, die bevorzugt in Läden in ihrer Region einkaufen und so stationären und Online-Handel intelligent verzahnen. Eine lokale Parfümerie mit einem eigenen Webshop etwa könnte Ihren Kundinnen oder Kunden Präsentationen von speziell auf sie zugeschnittenen Angeboten anbieten – auf Basis einer detaillierten Analyse von freigegebenen Kundendaten (Kaufhistorie, Feedback im Webshop, Hauttyp, Unverträglichkeiten), allgemeinen Verkaufstrends und Social Media Influencern.

Wichtige Aspekte der ON4OFF-Software für das Projekt erarbeitet ein Team des Lehrstuhls für Software Engineering an der Universität Duisburg-Essen: Die verschiedenen KI-Modelle, die z. B. mithilfe personalisierter Datenanalyse das zukünftige Kaufverhalten der Kunden vorhersagen, werden durch Agenda-Driven Case Management aufgewertet und konfiguriert, um passgenau die richtigen Daten für die Verarbeitung zur Verfügung zu stellen. Der entwickelte Ansatz soll in ausgesuchten Ladenlokalen getestet werden; bei Eignung soll das Konzept auf weitere Branchen ausgeweitet werden.

Neben dem Lehrstuhl für SE wirken fünf weitere Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft an dem Projekt mit. Konsortialführer ist das Kommunikationsunternehmen IN-telegence GmbH; weitere Partner sind das Software-Unternehmen adesso AG, das Forschungszentrum Jülich, die Hochschule Niederrhein sowie, als Anwendungspartner, die Parfümerie Pieper. Erste Ergebnisse von ON4OFF werden Mitte 2020 erwartet.

ON4OFF ist eines von zehn IT-Projekten im Rahmen des Leitmarktwettbewerbs IKT.NRW. Dieser adressiert die zentralen Entwicklungsfelder mit dem größten Wachstumspotenzial für die Branche, die für die zukünftige Entwicklung der Informations- und Kommunikationswirtschaft maßgeblich sein werden. Die ausgewählten Projekte überzeugen durch ihre herausragenden Ideen und Konzepte für die anstehenden Herausforderungen in Wirtschaft und Gesellschaft. Schwerpunktthemen sind Cyber Physical Systems, Industrie 4.0, IT-Sicherheit, Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen.

Ansprechpartner: Marc Hesenius

Dieses Vorhaben wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.